Itasca – Spring (2019)

Zuhause im Niemandsland: Kayla Cohen hat sich für ihr zweites Album als Itasca in einem abgelegenen Gebiet nahe der mexikanischen Grenze zurückgezogen und die dort erlebte Zeitvergessenheit in zehn minimalistische Songs gepackt.

Paradise of Bachelors / 1. November 2019 / Text: Tobias Breier

Manchmal ist einfach ein Tapetenwechsel nötig, um neue Inspiration zu finden. Ein Aufenthalt auf dem Land ist spätestens seit Exile On Main Street ein beliebtes Mittel, um sich ganz auf ein neues Album zu konzentrieren. Kayla Cohen hat ihren Wohnort Los Angeles für ein paar Monate verlassen und hat sich in einer gottverlassenen Gegend nahe der mexikanischen Grenze vor den Versuchungen des Großstadtlebens versteckt.

Die Abgeschiedenheit des Entstehungsortes ist in jedem Song deutlich hörbar und dürfte sogar diejenigen Hörer erfassen, die sich das Album in einer vollgestopften U-Bahn mit Kopfhörern reinziehen. Die große Gefahr bei derartigen Platten ist, dass sich die atmosphärische Dichte auf die Dauer abnutzt und spätestens ab der zweiten Seite in Geplätscher zerfließt. Doch vor allem dank der außerordentlichen kinetischen Energie der handgezupften Gitarre hält Itasca bis zum Schluss die Spannung und spürt mit jedem Song neue klangliche Farbschattierungen auf, so wie stimmungsvolle Lichtverhältnisse in menschenleeren Tälern.

Nebenan im Plattenregal:
Chris Cohen – Chris Cohen (2019)
Molly Sarlé – Karaoke Angel (2019)
Tiny Ruins – Olympic Girls (2019)

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