Mothers – When you walk a long distance, you are tired (2016)

Mothers

VÖ: 19.2.2016 auf Grand Jury Music
Klingt fast ein bisschen wie: Joanna Newsom, Angel Olsen, Nedelle Torrisi
Passt gut zu: Mittagsruhe, Schokolade, Blumen

Mothers ist eine ganz besondere Band und das hier ist ein ganz besonderes Debüt. Diese Musik ist so fragil und niedlich, dass man schon ganz genau hinhören muss. Wer die Platte aber an sich heranlässt und sie aus der Nähe betrachtet, erlebt sein blaues Wunder. Denn die Songs sind jeder für sich so tief wie ein Ozean und repräsentieren verschiedene Zugänge zur Konfrontation mit inneren Prozessen, die wir normalerweise ganz gerne aus unserem Alltag verbannen.

Abgesehen von dieser psychologischen Komponente liefert die Band aber einfach wahnsinnig gutes Kunsthandwerk ab. Jeder Akkord wird aus handverlesenen Tönen zusammengesetzt und löst sich wieder genau dort auf, wo das außerirdische Stimmchen von Songschmiedin Kristine Leschper mal wieder ganz viel Raum braucht. Diese luftige Qualität schafft die entscheidende Distanz zur amerikanischen Tradition, die irgendwo im Hintergrund verschwommen da ist, aber dem kreativen Zusammenspiel nie in die Quere kommt. Für Freunde von leisen Tönen vielleicht eine der besten Platten des Jahres 2016.